Ostfriesland – Der Sachverhalt hat sich nach der (damaligen) Recherche des heutigen Betreibers von RechercheMitWirkung wie folgt dargestellt. Eine steckbriefartige Kurzzusammenfassung:
Das Problem
Für den Strom zum Bau ihres Einfamalienhauses erhielt eine Familie von der EWE eine Rechnung, die für den Zeitraum vom 24. August 2021 bis 10. Februar 2022 einen Verbrauch von 997.941 Kilowattstunden auswies. Daraus ergab sich ein Kostenbetrag von 270.277,63 Euro und abzüglich 400 Euro Abschlagszahlung ein Restbetrag von 269.877,63 Euro. Der bereits abgebaute Baustromzähler hatte allerdings nur 287 Kilowattstunden registriert.
Vergebliche Lösungsversuche
Die Ursprungsrechnung hat zwar zuviel, aber noch relativ bescheidene 716 Kilowattstunden ausgewiesen. Die Familie konnte jedoch nachweisen, dass der Baustromzähler nur 287 Kilowattstunden angezeigt hatte.
Auf ihren Widerspruch hin stornierte die EWE die Rechnung und stellte eine neue aus. Dieses Mal über „nur noch“ 456 Kilowattstunden.
Einen weiteren Widerspruch setzte der Vater nach eigenen Angaben mit vielen Stunden Zeitaufwand über das EWE-Service-Telefon ab. Darauf folgte eine neuerliche Stornierung – und eine Rechnung über 269.877,63 Euro.
Recherche mit Wirkung
Hilfe suchend wandte sich die Familie an den heutigen Betreiber von RechercheMitWirkung, der den Fall damals für die Ostfriesen-Zeitung recherchierte. Nachfrage bei der EWE: Warum wurden für denselben Zähler und denselben Zeitraum nacheinander 716, dann 456 und schließlich 997.941 Kilowattstunden abgerechnet?
Die EWE räumte ein: „Hier lagen Bearbeitungsfehler vor: Zunächst ein individueller Eingabefehler und direkt anschließend eine übergangene Plausibilitätsrechnung.“ Weiter teilte sie mit: „Die Rechnung wurde von uns umgehend storniert und neu berechnet. Tatsächlich hat die Kundin ein Guthaben, das ihr auch ausgezahlt wird.“
Stornierung und Neuberechnung waren damit vollzogen, die Auszahlung angekündigt. Aus einer Forderung über 269.877,63 Euro wurde ein Guthaben zugunsten der Kundin.
Die Berichterstattung
Diese Recherche mit Wirkung wurde am 30. Mai 2022 in der Ostfriesen-Zeitung unter der Überschrift „270.000-Euro-Rechnung nach Hausbau mit EWE-Strom“ veröffentlicht.
https://www.oz-online.de/artikel/1244094/270–000-Euro-Rechnung-nach-Hausbau-mit-EWE-Strom